Nachdem die Coronavirus-Pandemie und die damit einhergehenden nationalen Lockdowns schon seit drei Monaten anhalten, beginnt zwangsläufig die Hoffnung auf ein Licht am Ende des Tunnels. Sowohl Unternehmen als auch Regierungen konzentrieren sich zunehmend auf Rückkehr Strategien. Doch der Weg zurück zur Normalität wirft viele Fragen darüber auf, wie die “Normalität” in der Welt nach dem Ende der Corona-Zeit aussehen wird.

Es wird keine unmittelbare Rückkehr zu “so wie es war” geben, kein sofortiges “Reset”. Stattdessen werden Teile der Normalität, an die wir uns in der ersten Hälfte des Jahres 2020 gewöhnt haben, auf absehbare Zeit in unserem täglichen Leben verankert sein. Die “Normalität” wird aus einer Kombination aus unseren Gewohnheiten vor der Quarantäne bestehen und aus den notwendigen Maßnahmen, die wir in dieser beispiellosen Zeit der Veränderungen angenommen haben.

Für Unternehmen ist dies nicht anders. Jeder Arbeitgeber, der in den nächsten ein bis zwei Monaten ein voll besetztes Büro einplant, hat nicht aufgepasst. Die Unternehmen können die Lehren der letzten sechs Monate nicht einfach ignorieren. Deshalb werden an dieser Stelle einige Vorschläge aufgezeigt, wie sich Unternehmen am besten auf “die neue Normalität” vorbereitet.

Kommunikation ist alles

Kommunikation taucht weiterhin in allem auf worüber wir schreiben. Kommunikation ist zudem nach wie vor der wichtigste Aspekt bei der Führung von Arbeitskräften. Die Schaffung einer Kultur der Ehrlichkeit und Transparenz innerhalb eines Unternehmens muss daher von oben beginnen. In Zeiten der Unsicherheit ist eine effektive Kommunikation von oben nach unten aus diesem Grund wichtiger denn je.

Mangelnde Klarheit darüber, was die Zukunft bringen wird, kann äußerst schwierig sein, insbesondere wenn potenzielle Arbeitsplatzverluste oder Urlaubssorgen zu berücksichtigen sind. Unternehmensleiter sollten versuchen, ihre Mitarbeiter so weit wie möglich über ihre Pläne auf dem Laufenden zu halten. Das kann gelingen, indem sie wahrscheinliche Fragen beantworten, wie z.B:“ Wann planen Sie die Wiedereröffnung des Büros?”, “Wie wird es mit dem Unternehmen weitergehen?” und “Wie wird es für mich als Einzelperson weitergehen?“.

Es ist in Ordnung, wenn Pläne geändert oder angepasst werden. Unerlässlich ist es, die Mitarbeiter entsprechend zu informieren. Dabei ist es besser, eher zu viel zu kommunizieren, als die Mitarbeiter im Ungewissen zu lassen, bis sich für einen endgültigen Plan entschieden wurde. Wenn Sie als Führungskraft  Ihre Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess einbeziehen und ihnen Raum geben, Fragen zu stellen und Zweifel oder Bedenken zu äußern, können Sie sichergehen, dass Sie am Ende die bestmöglichen Entscheidungen für Ihre Belegschaft wie auch für das Unternehmen als Ganzes treffen.

Das Individuum im Mittelpunkt

Unabhängig davon, wie eng Ihr Team zusammenarbeitet oder wie belastbar Ihre Unternehmenskultur ist, haben das Home-Office und die damit einhergehende Isolation in den letzten Monaten deutlich gemacht, dass jedes Team aus Einzelpersonen besteht. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass nicht alle Mitarbeitenden die gleichen Erfahrungen mit Home-Office gemacht haben. Somit sind für die Unternehmensleiter Zugänglichkeit und Einfühlungsvermögen entscheidend, um die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter zu verstehen.

Es gibt eine Reihe von Studien über die möglichen Auswirkungen der Isolation auf die psychische Gesundheit. Umgekehrt wird das Ende des Lockdowns für viele Mitarbeiter eine ganz neue Erfahrung der Angst erzeugen. Einige von ihnen haben möglicherweise gesundheitliche Probleme, was sie zu Risikopatienten macht, während andere durch Pflegeverpflichtungen zu Hause beeinträchtigt werden. Die Sensibilität für die Bedürfnisse der einzelnen Teammitglieder wird für eine effektive Unternehmensführung nach dem Lockdown von zentraler Bedeutung sein.

Neben der vorrangigen Förderung von offener Kommunikation und Einfühlungsvermögen können Unternehmen auch praktische Schritte unternehmen, indem sie sinnvoll in das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter investieren.

Gesundheit und Sicherheit priorisieren

Wenn Unternehmen beginnen, in ihre Büros zurückzukehren, ist klar, dass einige Formen der Kontakt Beschränkungen weiterhin erforderlich sein werden, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Die Gesundheit der Mitarbeiter muss eine Priorität für alle Unternehmen sein. Arbeitgeber sollten dafür so viele Zuschüsse einplanen, wie sie können.

Der Büroraum vor Ort muss so verändert werden, dass er genügend Platz bietet.  Arbeitsgewohnheiten müssen so angepasst werden, dass diese bessere und regelmäßige Hygienemaßnahmen umfassen. Diese Änderungen sollten den Mitarbeitern im Voraus mitgeteilt werden, damit sie mit der Gewissheit in ihr Büro zurückkehren können, dass ihre Gesundheit und Sicherheit vorrangig geschützt werden.

Darüber hinaus hat der Lockdown vielen Unternehmen bewiesen, dass Home-Office eine echte Alternative ist und dementsprechend werden viele von ihnen flexiblere Arbeitsvereinbarungen in ihr Tagesgeschäft integrieren. Es ist wichtig, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter in diese Entscheidungen einbeziehen – befragen Sie Ihr Team, um herauszufinden, wie sie nach dem Lockdown am liebsten arbeiten würden. Lassen Sie dieses Feedback in Ihre Pläne einfließen. Die Chancen stehen gut, dass viele Mitarbeiter mehr Flexibilität wünschen und erwarten werden.

Bleiben Sie flexibel

Die Coronavirus-Pandemie hat unsere Weltsicht so grundlegend verändert, sodass sich auch die Art und Weise, wie Unternehmen geführt werden, geändert werden muss. Das beste Kapital eines Unternehmens sind seine Mitarbeiter. Daher ist es jetzt an der Zeit, die Loyalität Ihrer Mitarbeiter zu stärken. Langfristige Lösungen für Ausbildung und Wohlbefinden, die die Bedürfnisse des Einzelnen in den Vordergrund stellen und aus der Distanz umgesetzt werden können, wie z.B. digitales Coaching, werden den Mitarbeitern nicht nur durch diese schwierigen Zeiten helfen, sondern auch einen Produktivitäts- und Motivationsschub für die Zukunft bringen. Die Unternehmen müssen damit beginnen, sich für die Zukunft zu wappnen. Dabei ist es wesentlich, sich auf die kleinen Dinge zu konzentrieren, die die Mitarbeiter tagtäglich betreffen.

Die Situation ändert sich nach wie vor täglich. Eine sichere und erfolgreiche Rückkehr ins Büro wird für jedes Unternehmen anders aussehen. Das Wichtigste für Unternehmen ist vorerst, agil und flexibel zu bleiben. Wenn die Dinge nicht wie geplant laufen oder externe Faktoren wie eine zweite Welle des Virus einen weiteren Lockdown erzwingen, wird die Fähigkeit, Pläne schnell anzupassen, der Schlüssel zur Minimierung von Betriebsunterbrechungen sein.

 

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