In den letzten Jahren haben wir gesehen, dass technische Fähigkeiten nicht mehr den ersten Platz im Fokus der Recruiter einnehmen. Was heutzutage den Unterschied zwischen zwei fast identischen Lebensläufen ausmacht, sind die Soft Skills. Und nicht irgendwelche Fähigkeiten. Zwischenmenschliche Kompetenzen und Beziehungsfähigkeiten sind die Soft Skills, die in Ihrem Lebenslauf unbedingt hervorgehoben werden müssen. Vertrauen, emotionale Intelligenz, Einfühlungsvermögen, Kommunikation, Sinn für Teamarbeit – diese Fähigkeiten werden heute so wichtig, dass sie von Personalvermittlern vorrangig gesucht werden. Aber auch von Managern, die diese innerhalb ihres Teams weiterentwickeln wollen. Warum ist das so? Es ist erwiesen, dass diese persönlichen Eigenschaften für Teams und damit auch für das Unternehmen von großem Nutzen sind.

Die Covid-19-Krise hat jedoch die Berufswelt hart getroffen und die damit verbundenen Prozesse, Orte und Arbeitsgewohnheiten in Frage gestellt – Telearbeit, Kinder zu Hause, Arbeitszeitverkürzung, Entlassungen, Umstrukturierungen, Unternehmensschließungen. Das Coronavirus hat nicht nur viel Stress und Ängste hinterlassen, sondern auch Mitarbeiter voller Sorgen und Fragen. Einige mögen sich durch die Covid-19-Welle auch derart erschüttert gefühlt haben, dass ihr Wohlbefinden am Arbeitsplatz und zu Hause durch diese Umwälzungen stark beeinträchtigt wurde. Die Berufswelt traf auf den persönlichen Alltag und war nun auch in den Wohnungen von Mitarbeitern präsent, die monatelang aus der Ferne arbeiten mussten. Es wurden viele verschiedene Szenarien beobachtet, wobei jede Person mit dieser neuen Realität auf unterschiedliche Weise umgeht, je nach Situation. Wenn man die Lehren aus der Krise zieht, hat eine Eigenschaft den Unterschied gemacht: Resilienz.

Resilienz: Definition 

Was ist Resilienz? In der Physik bezieht sich die Resilienz oder Elastizität auf die Fähigkeit eines Körpers, einem Schock zu widerstehen. In der Psychologie ist Resilienz die Fähigkeit eines Individuums, mit einer schwierigen oder belastenden Situation fertig zu werden. Das Konzept der Resilienz wurde in Frankreich von Boris Cyrulnik als “die Kunst, zwischen Strömen navigieren zu können” eingeführt. Genauer gesagt ist Resilienz ein psychologisches Phänomen, das es einem von einem traumatischen Erlebnis betroffenen Menschen ermöglicht, dieses Ereignis zu akzeptieren, seinen Schock zu überwinden und sich wieder aufzubauen, um weiter voranzukommen. So ist ein belastbarer Mensch in der Lage, mit einer Situation, die Stress oder Trauer verursacht, fertig zu werden und gleichzeitig positiv zu bleiben.

Viele Ereignisse können einem Schock ähneln: Trauer, Aggression, Krankheit, Scheidung – diese Momente können von Menschen, die nicht alle die gleiche Persönlichkeit, die gleichen Erfahrungen, das gleiche Leben haben, sehr unterschiedlich erlebt werden. So wird ein belastbares Individuum in der Lage sein, die Situation leichter zu akzeptieren und sich schneller an seine neue Realität anzupassen. Dieser Begriff steht in engem Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit eines Menschen. In der Tat wird ein resilienter Mensch besser in der Lage sein, mit wiederholten Schocks fertig zu werden. Ihr psychologisches Gleichgewicht wird weniger gestört sein.

Resilienz am Arbeitsplatz: eine Fähigkeit, die den Unterschied macht

Im Laufe seines Arbeitslebens ist ein Arbeitnehmer auch verschiedenen Veränderungen unterworfen. Entlassungen, Wechsel des Managers, Abschied eines Kollegen, Umstrukturierung, Budgetkürzungen, digitale Transformation oder Wirtschaftskrise sind nur einige Beispiele. 66% der Allgemeinbevölkerung hat irgendwann traumatische Erfahrungen gemacht, und 80% der Arbeitnehmer fühlen sich am Arbeitsplatz gestresst.  Darüber hinaus können 25% bis 75% der Beschäftigten im ersten Jahr nach einem störenden Ereignis posttraumatische Belastungsstörungen entwickeln. Daher ist der Nachweis von Resilienz eine äußerst wichtige Fähigkeit in der Arbeitswelt. Die Resilienz erlaubt es dem Mitarbeiter, sich von einem Schock zu erholen, während er seine Aufgaben weiterhin mit Optimismus erfüllt. Wir können die positiven Auswirkungen auf die Produktivität von Unternehmen, aber auch auf die allgemeine Moral von Teams bereits erahnen.

Ein weiterer Punkt: Resilienz ist eine Fähigkeit, die andere Soft Skills beinhaltet. Stressbewältigung, Optimismus, Motivation, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Kreativität – ein belastbares Individuum bringt viele andere Fähigkeiten zusammen, um seine traumatische Erfahrung zu überwinden und die Arbeit weiterhin effektiv zu erledigen. Laut einer Studie von Ifop Lavazza ist die Anpassungsfähigkeit eine der am meisten geschätzten Soft Skills in einem Unternehmen. Anpassungsfähigkeit ist die Fähigkeit eines Individuums, sich je nach Kontext, Ereignissen oder Bedürfnissen verändern zu können, ohne konditioniert oder beeinflusst zu werden. Dies geschieht indem es seine eigenen Überzeugungen, Funktions- und Denkweisen und andere gewohnheitsmäßige Automatismen umstrukturiert. Wenn Resilienz und Anpassungsfähigkeit sich ähneln, wird ein resilienter Mensch in der Lage sein, einen Schock aus emotionaler Sicht zu überwinden, ohne seine psychologische Stabilität zu gefährden. Der Begriff des Traumas ist daher für die Resilienz sehr wichtig. Wenn wir also bedenken, dass Resilienz eine Fähigkeit ist, die Anpassungsfähigkeit, Stressbewältigung und Motivation einschließt, dann wird sie in Krisenzeiten äußerst wertvoll.

Die Resilienz spielt auch eine entscheidende Rolle für die Motivation der Kollegen. In der Tat verringert und minimiert sie das Leiden am Arbeitsplatz, indem sie das Zugehörigkeitsgefühl innerhalb einer Gruppe verstärkt. Wenn Mitarbeiter schwierige Herausforderungen gemeinsam bewältigen, wird der Gruppenzusammenhalt gestärkt. Tatsächlich sind Manager oft auf resiliente Menschen angewiesen, um den anderen Teammitgliedern Impulse zu geben. Daher sollte die ansteckende Wirkung der Resilienz auf andere Mitarbeiter nicht unterschätzt werden.

Förderung der Resilienz-Entwicklung innerhalb Ihres Teams

Um die Entwicklung der Resilienz am Arbeitsplatz zu fördern, können mehrere Wege in Betracht gezogen werden. Zum Beispiel kann es interessant sein, ein positives und partizipatives Management vorzuschlagen. Tatsächlich kann ein Management, das für Effizienz und Problemlösung Einzelpersonen mobilisiert, die Resilienz fördern. Die Beteiligung aller Mitarbeiter ermöglicht eine echte Autonomie sowie eine effektivere Ergreifung von Initiativen in Krisensituationen. Der Vorgesetzte sollte jedoch bereit sein, den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern und Diskussionen zuzulassen, ohne zu versuchen, die Entscheidungsfindung zu kontrollieren. Diese Art von Management ermöglicht auch eine ” stressabsorbierende ” Führung, was sich auf die allgemeine Motivation der Mitarbeiter auswirken wird. Eine gestresste Führungskraft oder eine Führungskraft, die es zulässt, dass sich Stress bemerkbar macht, wird diesen leichter auf ihre Mitarbeiter übertragen. Es ist daher notwendig, Manager aus emotionaler Sicht zu schulen, um eine starke Belastbarkeit zu ermöglichen.

Die Bereitstellung einer Coaching-Lösung für alle Teammitglieder ist ein unverzichtbares Instrument zur Entwicklung ihrer Resilienz. In der Tat werden gecoachte Personen sich langfristig besser unterstützt fühlen und besser in der Lage sein, Herausforderungen anzunehmen. Coaching ist auch dann effektiv, wenn alle Mitarbeiter in einem Team Zugang dazu haben. Ein an das gesamte Team angepasstes Programm, wird es dem Team ermöglichen, dieselben Fähigkeiten für alle Mitarbeiter in ihrem eigenen Tempo mit ihrem individuellen Coach zu entwickeln. Gleichzeitig wird so an dem Zusammenhalt des Teams in einer Krisensituation gearbeitet. Coaching kann traumatische Erfahrungen von Mitarbeitern in Solidarität umwandeln, zum Beschreiten neuer Wege führen und bedeutet eine Investition in neue Fähigkeiten.  

Die Schulung und das Coaching Ihrer Mitarbeiter mit den erforderlichen Soft Skills ist entscheidend für die Langlebigkeit Ihres Unternehmens und Ihrer Belegschaft. Um in dieser neuen Realität zu bestehen, dürfen Soft Skills nicht untergraben werden. Werfen Sie einen Blick auf unser Whitepaper “Future Proofing Your Business with an Agile Workforce“, in dem auch die Schlüsselfragen erläutert werden, die Ihre Organisation berücksichtigen muss, um in der Zukunft erfolgreich zu sein.