Da wir über eine vielfältige Gemeinschaft von Coaches verfügen, ist es für uns wichtig eben diese entscheidenden Akteure unserer Plattform in den Vordergrund zu stellen: unsere Coaches.

Alain Barbier, 51 Jahre alt, ist ein PCC-zertifizierter Coach beim ICF (Professional Certified Coach – International Coach Federation). Als ehemaliger hochrangiger internationaler Polizeibeamter arbeitet Alain Barbier heute als Auditor beim Ständigen Ausschuss für die Kontrolle über die Polizeidienste des belgischen föderalen Parlaments, einer weltweit einzigartigen Institution. Da er viele Jahre lang verschiedene Positionen in den Dienststellen von Interpol bekleidet hat, kann er auf eine reiche Berufserfahrung in einer multikulturellen Organisation zurückgreifen, deren Aufgabe die internationale Zusammenarbeit ihrer Mitgliedstaaten ist. Seine außergewöhnliche Beobachtungsgabe und seine Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen, ermöglichen es Alain, schnell gute Beziehungen zu Menschen aufzubauen. So war es natürlich, dass er sich dem Coaching zuwandte. Für Alain ist das Verständnis dafür, wie die andere Person funktioniert und sich fühlt, die Grundlage für ein qualitativ hochwertiges Coaching.

CoachHub: Warum und wie sind Sie Coach geworden?
ALAIN BARBIER: Der menschliche Geist und seine Funktionsweisen haben mich schon immer interessiert. Da ich einen großen Teil meiner Laufbahn als leitender Polizeibeamter bei Interpol oder bei der belgischen Polizei verbracht habe, wollte ich das Beste aus den Erfahrungen und Kenntnissen machen, die ich darin erworben habe. Interpol ist eine internationale Organisation, bei der wir mit allen Arten von Profilen zu tun haben und uns jeglichen Situationen anpassen müssen. Es war also auf persönlicher Ebene sehr bereichernd.  Nach einem Master-Abschluss in Kriminologie und Jura, zehn Jahren bei der belgischen Polizei und einem anschließendem MBA, der es mir erlaubte, ein Jahr lang in Startups als Berater zu arbeiten, wurde mir klar, dass ich gerne andere führen und sie auf ihrem persönlichen Weg begleiten möchte. Meine Zeit im öffentlichen und privaten Sektor hat mir sehr geholfen, die Fragen zu verstehen, die Mitarbeiter und Führungskräfte im Alltag haben können. Ich wollte noch weiter gehen, indem ich eine einjährige Ausbildung zum Trainer begann, unterstützt von meiner Frau, die ebenfalls an der Ausbildung teilnahm. Diese gemeinsame Tätigkeit ermöglicht es uns, uns ständig über unsere Praktiken, Anekdoten und Methoden auszutauschen und uns fast permanent zu hinterfragen. Das Teilen ist ein Kernelement des Coachings.

CoachHub: Beschreiben Sie eine Ihrer Coaching-Sitzungen.
ALAIN BARBIER: Ich kann den Ablauf schematisieren, indem ich sage, dass die erste Sitzung zwei Personen in Kontakt bringt, die dann zusammen das Hauptziel des Coachings präzisieren. Die weiteren Sitzungen bestehen aus Teilzielen, die das Gesamtziel ergänzen, sowie aus Aktionen, welche zwischen den einzelnen Sitzungen in die Tat umgesetzt werden, um zu einem vollständigen Erfolg zu führen. Jede Sitzung wird nach einem Coachingschema gegliedert, um die Mechanismen, Verhaltensweisen und Gefühle zu untersuchen, welche das Erkennen von Schwierigkeiten, Herausforderungen oder Problemen möglich machen. Diese werden nachhaltig behoben, indem das ungenutzte Potenzial des Coachees genutzt wird. Abgesehen davon würde ich auf eine persönlichere Art und Weise sagen, dass Coaching für mich auf der Schaffung und Aufrechterhaltung einer Bindung beruht. Die Verbindung zwischen dem Coachee und dem Coach ist sehr wichtig, ja sogar unverzichtbar. Der Coachee muss sich darin bestärkt fühlen, sich zu öffnen und seine Gefühle auszudrücken. Während der gesamten Sitzungen baue ich eine Bindung zu meinen Coachees auf, damit sie die Maske fallen lassen und das Beste aus sich herausholen können. Wenn die Bindung zu ihnen nicht hergestellt wird, wird die Sitzung nicht so viel Wirkung haben. Zum Beispiel brauchte ich mehrere Sitzungen, um das Vertrauen eines meiner Coachees zu gewinnen. Ich öffnete mich ihr, vertraute mich ihr selbst an, so dass sie sich im Gegenzug mir gegenüber öffnen konnte. Sobald die Verbindung hergestellt ist, versuche ich, die Mechanismen meines Coachees zu verstehen und ihm/ihr diese bewusst zu machen, damit er/sie problematische Situationen auflösen und den Weg finden kann, der neue Verhaltensweisen hervorbringt. Der Coach hilft durch sein Handeln, das Verhalten seiner Klienten nachhaltig zu verändern. Denn nur die Dynamik führt zu neuen Denk- und Verhaltensmechanismen.

CoachHub: Was sind Ihre Lieblings-Coaching-Tools?
ALAIN BARBIER: Der Coachee ist der Experte seines Lebens, und meine Aufgabe ist es, sein Potenzial herauszuarbeiten. Was die Tools betrifft, so habe ich, wie jeder Coach, eine ganze Kiste voll davon und lerne regelmäßig neue dazu. Besonders gut gefällt mir Clare Graves’ Theorie der zyklischen Entstehung von Existenzebenen (genannt Spiral Dynamics, über die ich derzeit mit zwei anderen Coaches ein Buch schreibe, um die praktischen Aspekte dieser Theorie für das Teammanagement aufzuzeigen). Ich wende Techniken an, die von der International Association of Coaches anerkannt und gefördert werden, wie z.B. logische Existenzebenen, gewaltfreie Kommunikation, Tools für bessere Beziehungen, Kommunikation und Leadership (z.B. von Marshall Goldsmith). Mit diesen Instrumenten kann ich Unterstützung bieten, damit der Coachee sich den zu ändernden/verbessernden Verhaltensweisen anpasst, sich in Richtung positiver Einstellungen bewegt oder um konkrete Ergebnisse zu erzielen. Meine Berufserfahrung und meine Intuition helfen mir dabei natürlich sehr.

CoachHub: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Coach aus?
ALAIN BARBIER: Einen guten Coach macht für mich folgendes aus: Beobachten, Zuhören, Fürsorge und den Coachee zum Handeln zu bringen. Der Coach hilft dem Coachee, über sich selbst hinauszuwachsen, indem er ihm hilft, seine Emotionen zu akzeptieren, die Blockade mental zu schematisieren, um sie zu überwinden und seine Ziele zu erreichen. Ein bisschen wie ein Mentaltrainer im Sport. Am Ende des Coachings müssen Sie sicher sein, dass Sie alles Mögliche getan haben, um die Person zum Handeln zu bringen. Der Coach muss auch Bescheidenheit zeigen. Der Coachee ist der Hauptakteur der Sitzung. Je mehr der Coach spricht und arbeitet, desto weniger wird der Coachee vorankommen. Ich weiß, dass Coaching dann erfolgreich ist, wenn ich die Zufriedenheit des Coachees spüre. Nach jeder Sitzung stelle ich drei Fragen: Wie fühlen Sie sich? Was haben Sie sich bewusst gemacht? Was haben Sie in dieser Sitzung von sich selbst gelernt? Die Antworten sind meine Erfolgsindikatoren. Es ist auch wichtig, sich selbst immer wieder in Frage zu stellen und sich mit bestehenden Coaching-Gemeinschaften auszutauschen, um weiter voranzukommen.

CoachHub: Welche Profiltypen coachen Sie?
ALAIN BARBIER: Ich arbeite mit vielen verschiedenen Profilen und in drei Sprachen: Französisch, Niederländisch und Englisch. Dank meiner Erfahrung in der internationalen und belgischen Polizei habe ich hochrangige Polizeibeamte gecoacht. Es macht mir ebenfalls Spaß, mit Menschen zu arbeiten, die in einer Übergangsphase sind, neue Teams übernehmen oder eine neue Position innehaben, zum Beispiel in schnell wachsenden Start-ups. In diesem Fall ist es nicht ungewöhnlich, dass ich junge Menschen betreue, die ihr Selbstvertrauen verloren haben und mehr Initiative ergreifen wollen. Es ist auch sehr interessant, mit Managern und Führungskräften von KMUs an Themen wie kollektive Intelligenz zu arbeiten.

CoachHub: Was sind Ihrer Meinung nach die entscheidenden Fähigkeiten, um heutzutage ein guter Manager zu sein?
ALAIN BARBIER: Für mich ist ein guter Manager mutig. Er muss den Mut haben, seine Meinung zu teilen und seine Emotionen auszudrücken, und gleichzeitig die Demut haben, Kritik anzunehmen und sich selbst in Frage zu stellen. Ein guter Manager muss auch den Dialog suchen, nicht die  Diskussion. Das bedeutet, zu verstehen, was der andere meint, um gemeinsame Ideen hervorzubringen. Abschließend möchte ich sagen, dass auch Disziplin erforderlich ist. Er/sie muss Aktionen für sein/ihr Team einleiten und dafür sorgen, dass sich jeder damit wohl fühlt.

CoachHub: Was halten Sie von digitalem Coaching?
ALAIN BARBIER: Digitales Coaching ist sehr interessant. Es erlaubt dem Coachee, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Er wird nicht durch die physische Präsenz des Coaches gestört, was meiner Meinung nach einen erleichterten Austausch ermöglicht. Viele Menschen fühlen sich in einer Präsenzsitzung aus verschiedenen Gründen weniger wohl. Digitales Coaching erlaubt eine gewisse Sicherheit dank der virtuell geschaffenen Distanz. Der Austausch ist jedoch sehr real und geht über das Digitale hinaus. Die Verbindung wird genauso natürlich hergestellt. Digitales Coaching ist auch praktisch. Oftmals ermöglicht es Ihnen, direkt nach der Sitzung wieder in Ihre Aktivitäten einzusteigen, ohne dass Sie die ganze Stadt durchqueren müssen, um in ihr Büro oder ihre Wohnung zurückzukehren.

CoachHub: Warum haben Sie sich für eine Zusammenarbeit mit CoachHub entschieden und was sind die Vorteile?
ALAIN BARBIER: Mir gefällt der Startup-Geist von CoachHub. Es ist ein junges und dynamisches Unternehmen, das es uns Coaches ermöglicht, unsere Tätigkeit bekannt zu machen. Mir gefällt die Plattform, die intuitiv ist; das Design und die Benutzerfreundlichkeit. Aber vor allem stimmen die Werte von CoachHub mit meinen überein. Die Idee, allen Mitarbeitern des Unternehmens Zugang zu Coaching zu gewähren, ist ebenfalls sehr wichtig. Die Führungskapazität muss bei allen Mitarbeitern entwickelt werden, unabhängig von ihrem Profil oder ihrer  Arbeitserfahrung. Die langfristigen Vorteile sind vielfältig: bessere Kommunikation, besseres Management von Prioritäten, besseres Coaching, mehr Flexibilität. Unsere Welt entwickelt sich im Moment zu einer humaneren Welt. Der Mensch benötigt Unterstützung, um sich mit Zuversicht verändern zu können. Coaching bedeutet, der jeweiligen Person den ihr zustehenden Platz in der Organisation zurückzugeben.

 

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